Wie offenbart sich uns die Welt?
Für eine unempfängliche Seele ist die Welt ein toter Klumpen, die Kehrseite eines Spiegels. Für eine reflektierte Seele der Spiegel unablässig auftauchender Bilder. Die Gegenwart ändert sich beständig und das in einem Tempo, das eine sinnvolle und tiefere Reflexion erschwert. Die Welt ist ein offener Raum geworden und in einem nie dagewesenen Ausmaß in Bewegung. Durch meine Sehnsucht nach der Welt, um den Anderen zu begegnen, sind meine Gedankenwege entstanden.
Der Weg ist wichtig, wir sind selber dafür verantwortlich.
Die persönliche Umformung meiner Gedanken ist abstrakt. Alles ist ein Element der Abfolge, die sich aus vorangegangenen Formen entwickelt. Die Erde als wilde Natur gibt es nicht mehr. Der Mensch hat überall Fahrbahnen gebaut.
Wir sind es gewöhnt, wie ein mechanischer Mensch zu leben, unser Gefühl für Rhythmus und mechanische Harmonie, die sich in unserem ganzen Leben widerspiegelt, spiegelt sich auch in meinem Denken und in meiner Malerei wider. Neben der rettenden Poesie, die Ausdruck der Sehnsucht des Menschen nach diesem mehr Freiheit ist, als die Erde möglich macht, ist die Philosophie Levinas die Grundlage für mein Bildthema Reflexion. Sein dialogisches Denken ist eine Philosophie der Begegnung und Vermittlung.
Meine Weltreisen waren eine typische räumliche Täuschung. Ich dachte, das am weitesten Entfernte ist unbedingt fremd. Je weiter entfernt, desto fremder. Doch auf der Welt gibt es durch Datenvernetzung und Mobilität überall das Gleiche. Es wird immer schwerer, soziale und kulturelle Zugehörigkeit, überhaupt Identität zu definieren.
Meine Bilder fordern einen Moment Zeit des Betrachters.
Bei vielen Menschen löst der Freiraum Unbehagen und Furcht vor dem Unbekannten aus. Und doch sind alle Sinne dann konzentrierter. Etwas darstellbar zu machen , was eigentlich nicht darstellbar zu sein scheint, ist mein malerisches Anliegen.
Der große Zusammenhang des Ganzen ist meinem Auge nicht zugänglich und kann von mir nur abstrakt gewusst werden.

 

 

 

Prof. Armin Münch aus Rostock 6.11.2008:

Eiskristallstrecke oder Säule. Ästhetisch gespachtelte Maltechnik, eingefrorene Gegenstände und Rahmen , Kanten, Ecken, Grate….die Lust am Strukturieren= Fügen, Bauen, Gliedern, Schieben, Stoßen, Konstruieren .
Es schiebt sich was zusammen, man spürt Knistern- und was geschieht?
Eine eisige Welt knittert sich zusammen, splittert……
Das Faszinierende der Bildkomposition=
die eisige Kühnheit.

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